

Bayern hat gewählt
Thomas Niederbühl, Stadtrat der schwul-lesbischen WählerInneninitiative Rosa Liste München, rief am 1. Oktober in einem Offenen Brief die FDP dazu auf, die Forderungen zur Gleichstellung nicht der Koalition mit der CSU zu opfern. Drei Forderungen seien für die queere Community Bayerns dabei von besonderer Bedeutung: Die Öffnung der Standesämter für Eingetragene Lebenspartnerschaften, ihre Gleichstellung in den Landesgesetzen mit der Ehe sowie eine Toleranzerziehung an den Schulen. „Die Chance, etwas für Lesben und Schwule in Bayern zu ändern, war noch nie so groß wie jetzt“, meint der Rosa Liste-Stadtrat. „Wir haben eine große Erwartung, hoffentlich hat die FDP den Mumm.“
„Eine historische Chance“
Der offen schwule Fraktionsvorsitzende der Münchner FDP, Michael Mattar, will jedenfalls darauf hinarbeiten, dass sich homopolitisch auch auf Landesebene etwas tut: „Wir werden aus städtischer Sicht einen Wunschzettel an die Landtagsfraktion zusammenstellen und da ist die Gleichbehandlung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft dabei“, so Mattar. Zentral sei in diesem Zusammenhang die Anpassung des Beamtenrechts und die Abschaffung der Notariatslösung – beide Themen sind Ländersache.
Auch Tobias Thalhammer, mit 29 Jahren der jüngste der sieben frisch gebackenen FDP-Landtagsmitglieder, beteuert, dass die FDP zu ihren Werten als tolerante und weltoffene Partei stehen und sich für eine weitest gehende Gleichstellung der Lebenspartnerschaft einsetzen wird. „Ich persönlich trete sogar für eine Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft ein, egal ob vor dem Standes- oder dem Finanzamt“, so der Diplom-Kaufmann. Doch sei es noch zu früh, über Details zu reden: „Wir müssen ja anerkennen, dass die CSU die größere Partei in der Koalition wäre. Da wird man schauen müssen, was geht.“























